Weihnachtsoratorium

Johann Sebastian Bach
Kantaten I bis III
Samstag, 30.11. 2024, 19.00 Uhr
Evang. Stadtkirche Ellwangen

Oratorienchor Ellwangen
Leitung: Mirjam Scheider

Tabea Schmidt, Sopran
Seda Amir-Karayan, Alt
Christian Wilms, Tenor

Daniel Raschinsky, Bass
Barockorchester L´arpa festante

Oratorienchor Ellwangen
Leitung: Mirjam Scheide
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Eintrittsprogramme
zu 30,– bzw. 25,– Euro (Schüler 50%)
bei Salon König, Oberamtsstraße 15, 73479 Ellwangen
und an der Abendkasse

Gabriel Fauré (1845–1924)

Elégie, op.24 (1880)
Bearbeitung für Cello und Orgel von Tinka Wechtenbruch


Gabriel Fauré (1845–1924)

Tu es Petrus (1872)
Fassung für Bariton solo, Chor und Orgel

Tu es Petrus
et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam

Du bist Petrus [der Fels],
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.

Matthäus 16,18

Claude Debussy (1862–1918)

Danse sacrée et Danse profane (1904)
Zwei Tänze für Harfe mit Begleitung von Streichern


Claude Debussy (1862–1918)

Clair de lune 3. Satz aus „Suite Bergamasque“ (1890)
Bearbeitung für Orgel von Alex Cellier

Clair de lune

Votre âme est un paysage choisi
Que vont charmant masques et bergamasques
Jouant du luth et dansant et quasi
Tristes sous leurs déguisements fantasques.

Tout en chantant sur le mode mineur
L‘amour vainqueur et la vie opportune,
Ils n‘ont pas l‘air de croire à leur bonheur
Et leur chanson se mêle au clair de lune,

Au calme clair de lune triste et beau,
Qui fait rêver les oiseaux dans les arbres
Et sangloter d‘extase les jets d‘eau,
Les grands jets d‘eau sveltes parmi les marbres.

Paul Verlaine

Mondschein

So seltsam scheint mir deine Seele, wie
ein Park, durch den ein Zug von Masken flimmert,
doch Tanz und ihrer Lauten Melodie
verbirgt nur Schmerz, der durch die Masken schimmert.

Von Liebe singen sie, bespöttelnd ihr Geschick,
doch Mollklang macht das lose Klimpern trüber,
es scheint, sie glauben selbst nicht an ihr Glück,
und leise rinnt ihr Lied in Mondschein über.

Im Mondschein, der, sanfttraurig, blass und blank,
die Vögel träumen lässt hoch in den Bäumen
und schluchzen die Fontänen, dass sie schlank
und schauernd in die Marmorschalen schäumen.

Paul Verlaine
Übersetzung von Stefan Zweig


César Franck (1822–1890)

Dextera Domini, FWV 65 (1871)
aus „Trois offertoires“

Dextera Domini fecit virtutem,
dextera Domini exaltavit me,
non moriar sed vivam,
et narrabo opera Domini.
Alleluja.


Psalm 118, 16-17

Die Rechte des Herrn behält den Sieg,
die Rechte des Herrn erhöht mich.
Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des Herrn Werke verkünden.
Halleluja.

Psalm 118, 16-17

César Franck (1822–1890)

Panis angelicus (1860)
Motette aus „Messe à trois voix“, op. 12, FWV 61

Panis angelicus fit panis hominum;
Dat panis coelicus figuris terminum;
O res mirabilis:
manducat Dominum
pauper, servus et humilis.

Strophe des Hymnus Sacris solemniis (1264)

Das Engelsbrot wird Brot der Menschen;
Das himmlische Brot gibt den Gestalten ein Ziel.
O wunderbares Geschehen:
Es isst den Herrn
der Arme, der Diener, der Niedrige.

Strophe des Hymnus Sacris solemniis (1264)

Gabriel Fauré (1845–1924)

Cantique de Jean Racine, op. 11 (1865)
Bearbeitung von John Rutter

Cantique de Jean Racine

Verbe égal au Très-Haut,
notre unique espérance,
Jour éternel de la terre et des cieux,
De la paisible nuit nous rompons le silence:
Divin Sauveur, jette sur nous les yeux!

Répands sur nous le feu de ta grâce puissante;
Que tout l‘enfer fuie au son de ta voix;
Dissipe le sommeil d‘une âme languissante,
Qui la conduit à l‘oubli de tes lois!

O Christ, sois favorable à ce peuple fidèle
Pour te bénir maintenant rassemblé;
Reçois les chants qu‘il offre
à ta gloire immortelle;
Et de tes dons qu‘il retourne comblé!

Gesang von Jean Racine

Gesang von Jean Racine

„Du, das Wort, dem Höchsten gleich,
unsere einzige Hoffnung,
ewiger Tag der Erde und des Himmels,
wir brechen das Schweigen der friedvollen Nacht:
göttlicher Erlöser, richte deine Augen auf uns.

Gieße aus auf uns das Feuer deiner machtvollen Gnade,
dass die ganze Hölle flieht vor dem Klang deiner Stimme.
Vertreibe diesen Schlummer einer trägen Seele,
der sie verleitet, deine Gebote zu vergessen.

Christus, sei diesem gläubigen Volk gewogen,
das jetzt versammelt ist, um dich zu preisen.
Nimm die Lieder an, die es deiner ewigen Herrlichkeit
darbringt, und lass es aufs Neue erfüllt werden von deinen Gaben.

Jean Racine (1688)


Gabriel Fauré (1845–1924)

Requiem (Version von 1893)
Bearbeitung von John Rutter

I. Introitus – Kyrie

Chor
Requiem aeternam dona eis Domine: et lux perpetua luceat eis.
Te decet hymnus, Deus in Sion:
et tibi reddetur votum in Jerusalem; exaudi orationem meam,
ad te omnis caro veniet.
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.

Chor
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen. Dir gebührt Lob, Herr, auf dem Sion, Dir erfüllt man Gelübde in Jerusalem. Erhöre mein Gebet;
zu Dir kommt alles Fleisch.
Herr erbarme dich, Christus erbarme dich, Herr erbarme dich.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen. Dir gebührt Lob, Herr, auf dem Sion, Dir erfüllt man Gelübde in Jerusalem. Erhöre mein Gebet;
zu Dir kommt alles Fleisch.
Herr erbarme dich, Christus erbarme dich, Herr erbarme dich.

II. Offertorium

Chor
O Domine, Jesu Christe, Rex Gloriae
libera animas defunctorum
de poenis inferni et de profundo lacu
O Domine, Jesu Christe, Rex Gloriae libera animas
defunctorum de ore leonis ne absorbeat eus Tartarus
ne cadant in obscurum. O Domine, Jesu Christe, Rex
Gloriae ne cadant in obscurum.

Bariton solo
Hostias et preces tibi Domine, laudis offerimus tu
suscipe pro animabus illis quarum hodie memoriam
facimus Fac eas, Domine, de morte transire ad vitam
Quam olim Abrahae promisisti et semini eus.

Chor
O Domine, Jesu Christe, Rex Gloriae
libera animas defunctorum
de poenis inferni et de profundo lacu
ne cadant in obscurum.
Amen.

Chor
Herr Jesus Christus, König der Herrlichkeit,
bewahre die Seelen der verstorbenen Gläubigen
vor den Qualen der Hölle und vor den Tiefen der Unterwelt.
Bewahre sie vor dem Rachen des Löwen, dass die
Hölle sie nicht verschlinge, dass sie nicht
hinabstürzen in die Finsternis.

Bariton solo
Opfergaben und Gebet bringen wir zum Lobe dir dar,
o Herr; nimm sie an für jene Seelen, derer wir heute gedenken.
Herr, lass sie vom Tode hinübergehen zum Leben,
das du einstens dem Abraham verheißen und seinen Nachkommen.

Chor

Herr Jesus Christus, König der Herrlichkeit,
bewahre die Seelen der verstorbenen Gläubigen
vor den Qualen der Hölle und vor den Tiefen der Unterwelt,
dass sie nicht hinabstürzen in die Finsternis. Amen.

III. Sanctus

Chor
Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus Sabaoth
Pleni sunt coeli et terra gloria tua
Hosanna in excelsis.

Chor
Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen.
Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe.

IV. Pie Jesu

Sopran solo
Pie Jesu, Domine,
dona eis sempiternam requiem.

Gütiger Jesus, Herr,
gib ihnen die ewige Ruhe.

V. Agnus Die

Chor
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi dona eis requiem.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi dona eis requiem.
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi dona eis requiem, sempiternam requiem.

Chor
Lux aeterna luceat eis, Domine
Cum sanctis tuis in aeternum,
quia pius es.
Requiem aeternam dona eis Domine, et lux perpetua luceat eis.

Chor
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, schenke ihnen Ruhe.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, schenke ihnen Ruhe.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, schenke ihnen die ewige Ruhe.

Chor
Das ewige Licht leuchte ihnen, o Herr, mit deinen Heiligen in Ewigkeit,
denn du bist gütig.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe
und das ewige Licht leuchte ihnen.

VI. Libera me

Bariton solo
Libera me, Domine, de morte aeterna
in die illa tremenda,
quando coeli movendi sunt et terra
Dum veneris judicare saeculum per ignem.

Chor
Tremens factus sum ego et timeo
dum discussio venerit atque ventura ira.
Dies illa dies irae
calamitatis et miseriae
dies illa, dies magna
et amara valde.

Zittern befällt mich und Angst,
denn die Rechenschaft naht und der drohende Zorn.
O jener Tag, Tag des Zorns,
des Unheils, des Elends,
o Tag, so groß und so bitter,
da Du kommst, die Welt durch Feuer zu richten.

Chor
Libera me, Domine, de morte aeterna
in die illa tremenda,
quando coeli movendi sunt et terra
Dum veneris judicare saeculum per ignem.

Chor
Requiem aeternam dona eis Domine et lux perpetua luceat eis
Libera me, Domine, de morte aeterna in die illa tremenda
Quando coeli movendi sunt et terra
Dum veneris judicare saeculum per ignem.

Herr, gib ihnen die ewige Ruhe,
und das ewige Licht leuchte ihnen.
Rette mich, Herr, vor dem ewigen Tod
an jenem Tage des Schreckens,
wo Himmel und Erde wanken,
da Du kommst, die Welt durch Feuer zu richten.

VII. In Paradisum

Chor
Libera me, Domine, de morte aeterna
in die illa tremenda,
quando coeli movendi sunt et terra
Dum veneris judicare saeculum per ignem.

Chor
In Paradisum deducant angeli in tuo
adventu suscipiant te Martyres,
et perducant te in civitatem sanctam Jerusalem. Chorus angelorum te suscipit
et cum Lazaro quondam paupere
aeternam habeas requiem.

Chor
Libera me, Domine, de morte aeterna
in die illa tremenda,
quando coeli movendi sunt et terra
Dum veneris judicare saeculum per ignem.

Chor
Ins Paradies mögen die Engel dich geleiten,
bei deiner Ankunft die Märtyrer dich empfangen und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem. Der Chor der Engel möge dich empfangen
und mit Lazarus, dem einst Armen,
mögest du ewige Ruhe haben.

Mirjam Scheider

Mirjam Scheider
Leitung


Mirjam Scheider studierte Evang. Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg und schloss dies an der Staatl. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart ab (Prof. Dr. Ludger Lohmann, Orgel und Prof. Dieter Kurz, Dirigieren u.a.). Seit 2011 vervollständigte sie dort ihre Studien im Bereich Chordirigieren bei Prof. Johannes Knecht, Prof. Denis Rouger und Prof. Richard Wien – nach Abschluss des Bachelorstudiums – zuletzt im Masterstudien- gang Dirigieren, welche sie mit Bestnoten abschloss.

In der Saison 2014/2015 war Mirjam Scheider Stipendiatin der SWR-Vokalensemble-Akademie im Bereich Chordirigieren (Prof. Marcus Creed). Von 2017 bis 2018 war sie als Bezirkskantorin der Stadtkirche und des Kirchenbezirks Gaildorf tätig. Aktuell ist Mirjam Scheider als freischaffende Dirigentin (Oratorienchor Ellwangen u.a.), Altistin des Vokalensembles „KlangKunst, Kammermusikpartnerin und Pädagogin (Orgel), sowie als Praxismanagerin im Zentrum Familienmedizin in Gaildorf tätig.


Emilie Jaulmes




Daniel Raschinsky
Bariton

Daniel Raschinsky, geboren 1983 in Lörrach, besuchte die Christophorusschule in Altensteig, erhielt dort, unterstützt durch ein Stipendium, Klavier- und Orgelunterricht sowie chorische Stimmbildung und machte erste Gesangserfahrungen in der Christophorus Kantorei. Seine Ensembleaktivität führte er in Ensembles wie dem Württembergischen
Kammerchor oder dem Kammerchor Stuttgart fort, aktuell als freier Mitarbeiter im Chor des Bayerischen Rundfunks. Seinen Diplom in Gesang schloss er 2011 an der Musikhochschule Stuttgart unter B. Jäger-Böhm und Dunja Vejovic ab, den Master Oper an der Opernschule 2012 unter Turid Karlsen. Als Konzertsänger ist er regelmäßig in Deutschland und Österreich tätig, sein Repertoire umfasst die meisten großen Oratorien von Bach, Händel, Mendelssohn, Brahms u.v.a. und arbeitete unter anderem mit Dirigenten wie Dieter Kurz, Kay Johannsen, Frieder Bernius und Helmuth Rilling zusammen.

Auf der Theaterbühne sang er seine ersten großen Partien im Rahmen seines Masterstudiums in der Opernschule Stuttgart. Im Frühjahr 2012 war der lyrische Bariton in seiner ersten Gastrolle an der Staatsoper Stuttgart zu hören, im folgenden Sommer in der Titelrolle in Don Giovanni am Wilhelma-Theater. Im selben Jahr wurde er am Tiroler Landestheater in Innsbruck verpflichtet, dort führte er regelmäßig Liederabende auf und war unter anderem als Valentin in Faust, Malatesta in Don Pasquale, Fritz in Die tote Stadt sowie als Dr Falke in Die Fledermaus zu sehen.

Seit 2017 ist er selbstständig und war zuletzt in Operetten- festivals/-bühnen in Liechtenstein, Vorarlberg sowie im Wir-sind-Wien Festival 2018 und 2019 zu sehen als Danilo in Die lustige Witwe, Don Giovanni und vergangenes Jahr in der Fledermaus erstmals als Eisenstein. Diesen Sommer erwartet ihn die Rolle des Ministers in Wiener Blut im Sommerfestival Kittsee (Burgenland), 2021 die männliche Hauptrolle in Kiss me Kate auf der Operettenbühne Vaduz, Liechtenstein.





Tabea Schmidt
Sopran


Tabea Schmidt studierte 2005 – 2011 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart Gesang (Musikpädagogische und künstlerische Ausbildung) bei Prof. Thomas Pfeiffer. Weitere musikalische Impulse bekam sie in Meisterkursen bei Renée Morloc und Shirley Close (Florida).

Seit 2011 arbeitete sie mit Sarah Wegener und Rosina Ragg. Solistisch ist sie im süddeutschen Raum tätig. Ihr breitgefächertes Konzert-Repertoire umfasst alle großen Oratorien.





Prof. Stefan Göttelmann
Orgel


geb. am 12.03.1963 in Mainz unterrichtet seit Abschluss seiner In- und Auslandsstudien 1991 durchgehend als Dozent für Künstlerisches und Liturgisches Orgelspiel (Improvisation) an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg, also seit nunmehr über 30 Jahren (60 Semestern) in allen Studiengängen (Bachelor, Master, Künstlerische Ausbildung (KA) und KE / Konzertexamen Orgel).

Als Kirchenmusiker hat er in Eppingen, Lindau, Tettnang und Ludwigshafen gearbeitet und ist seit 2019 hauptamtlicher Kantor in der SE Brühl-Ketsch, wo er die Konzertreihe Kultur-KircheKetsch ins Leben gerufen hat und betreut, ebenso den Orgelneubau für die Hauptkirche St. Sebastian (50 Reg. nach der Orgel in Caen).

Stefan Göttelmann hat in ganz Europa konzertiert und Kurse gegeben, sowie auch in Amerika und war mit dem Leipziger Ballett („Orgelmesse getanzt“) unterwegs. Bei YouTube finden sich auf zwei Kanälen sehr viele Live Mitschnitte und Improvisationen zu verschiedenen Gelegenheiten, die sein breites Spektrum in Literaturspiel und Orgel-Improvisation dokumentieren